Routinen bewusst steuern - ein Leben zwischen Autopilot und Achtsamkeit
- Diana
- 29. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Okt. 2025
Ein Leben zwischen Autopilot und Achtsamkeit
Immer wieder wird betont, wie wichtig es ist, achtsam zu sein – im Moment zu leben, bewusster zu handeln, langsamer zu werden. Doch dabei gerät ein zentraler Teil unseres Lebens häufig in den Hintergrund: Automatismen. Sie sind das Gegenteil von Achtsamkeit – also unbewussten, routinierten Handlungen.
Was sind Automatismen – und warum brauchen wir sie?
Ein Automatismus ist eine Handlung, ein Denk- oder Verhaltensmuster, das sich durch Wiederholung verfestigt hat und (weitgehend) ohne bewusste Steuerung abläuft. Manche Prozesse funktionieren sogar besser, gerade weil sie automatisch sind.
Typische Beispiele für Automatismen:
Schuhe binden
Fahrrad fahren
Autofahren
Grüßen, Zähneputzen, Händewaschen
Small Talk führen
Rechnen, lesen, kochen
Unser Gehirn liebt solche Routinen – aus gutem Grund. Sie sind energiesparend, effizient und zuverlässig. Ohne Automatismen wären wir im Alltag schnell überfordert. Sie entlasten uns kognitiv wie emotional. Automatismen sind also kein Mangel an Achtsamkeit, sondern ein ökonomischer Vorteil unseres Gehirns.
Die Schattenseite von Automatismen
Das Problem an Automatismen ist nicht, dass es sie gibt, sondern dass wir sie oft nicht mehr bemerken. Dann übernehmen unbewusste Muster die Kontrolle über unser Verhalten.
Typische „Nebenwirkungen“ unbemerkter Automatismen:
Automatisierte Emotionen: Wir reagieren impulsiv – werden laut, ziehen uns zurück oder blocken Kritik ab.
Gedankenschleifen: Sorgen, Selbstzweifel oder Bewertungen laufen in Endlosschleifen.
Reflexhafte Reaktionen: Ein Tonfall, ein Blick – und wir fühlen uns sofort angegriffen.
Unbewusstes Kompensationsverhalten: Wir trösten uns mit Essen oder Ablenkung, ohne das zugrunde liegende Gefühl zu erkennen.
Bewusster Umgang mit Automatimsen
Automatismen sind sinnvoll, sie geben uns Sicherheit und Struktur – aber sie sollten nicht unbemerkt unser Leben steuern. Wer nur im Autopilot - Modus lebt, verliert Lebendigkeit, Kreativität und echte Verbindung – zu sich selbst und zu anderen.
Achtsamkeit als Werkzeug – nicht als Dauerzustand
Wahre Achtsamkeit bedeutet nicht, jeden Moment unter ständiger Beobachtung zu stehen. Vielmehr liegt sie im klugen Wechselspiel zwischen Bewusstheit und Routine. Es geht darum, Automatismen zu erkennen, zu hinterfragen – und dann bewusst zu entscheiden:
Wann ist es sinnvoll, den Autopiloten laufen zu lassen?
Wann sollten wir innehalten und aktiv bewusst handeln?
Automatisch leben – aber nicht unbewusst
Automatismen sind weder gut noch schlecht – sie sind notwendig. Doch nur wer merkt, dass er automatisch handelt, kann wieder selbst entscheiden, wann Routine hilft – und wann echte Präsenz gefragt ist.

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