Wenn chronischer Schmerz dein Alltag ist
- Diana
- 9. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Dez. 2025
Chronischer Schmerz - mehr als ein körperliches Symptom
Chronischer Schmerz ist mehr als nur ein körperliches Symptom – er betrifft den ganzen Menschen, insbesondere auch die Psyche. Während akuter Schmerz eine Warnfunktion hat und meist mit einer klaren Ursache verbunden ist, verliert chronischer Schmerz diese Funktion. Der Schmerz bleibt bestehen – oft über Monate oder Jahre – auch wenn keine akute körperliche Ursache mehr vorliegt.
Wenn das Gehirn den Schmerz "lernt"
Durch chronischen Schmerz kommt es zu Veränderungen in den Nervennetzwerken (neuronale Plastizität), insbesondere in Bereichen, die für Emotionen, Aufmerksamkeit und Schmerzverarbeitung zuständig sind. Bei chronischen Schmerzen führen diese Veränderungen dazu, dass das Gehirn überempfindlich auf Schmerzen reagiert.
Rückenmark und Gehirn werden empfindlicher für Schmerzreize
harmlose Reize können als schmerzhaft empfunden werden
es ist als würde der Schmerzverstärker im Gehirn dauerhaft hochgedreht bleiben
Die Rolle der Psyche - Schmerzen verstärkt durch Stress und Emotionen
Auch unsere Psyche spielt eine zentrale Rolle. Emotionale Belastungen wie Stress, Angst, Depression oder Traumata können den Schmerz verstärken. Das liegt daran, dass psychische Belastungen nicht nur im Kopf stattfinden, sondern auch körperliche Reaktionen auslösen. Bei Stress und Angst wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt: Die Muskulatur spannt sich an, die Atmung wird flacher, der Blutdruck steigt, und es werden Stresshormone wie Cortisol ausgeschüttet. Diese körperlichen Veränderungen führen dazu, dass die Schmerzschwelle sinkt – der Körper wird empfindlicher für Reize, die vorher vielleicht gar nicht wehgetan haben.
Gedanken beeinflussen den Schmerz
Auch Gedanken und Gefühle spielen eine Rolle. Menschen mit chronischen Schmerzen neigen häufig dazu, sich stark auf den Schmerz zu konzentrieren. Sie beobachten ihn ständig und analysieren jede Veränderung und bewerten ihn oft negativ. (“Es wird schlimmer", “Ich halte das nicht aus.”) Diese dauerhafte gedankliche Fixierung führt dazu, dass der Schmerz im Gehirn immer “präsent” bleibt. Der Schmerz wird als noch belastender und gefährlicher erlebt. Der Patient befindet sich in einem Kreislauf aus Schmerz - Ängsten - Anspannung und Hilflosigkeit.
Was bedeutet Achtsamkeit im Umgang mit Schmerzen?
Achtsamkeit heißt im Augenblick leben - ohne ihn zu beurteilen.
Im Zusammmenhang zu chronischen Schmerzen bedeutet das:
Den Schmerz nicht sofort bewerten oder bekämpfen
Ihn bewusst wahrnehmen - mit innerer Ruhe
Eine neue, weniger leidvolle Beziehung zum Schmerz entwickeln
Wissenschaftlich bestätigt: Die positiven Effekte von Achtsamkeit
Studien zeigen, dass Achtsamkeit folgende positive Effekte bei chronischem Schmerz haben kann:
Reduktion der Schmerzintensität: Zwar verschwindet der Schmerz nicht immer, aber er wird als weniger belastend empfunden.
Besserer Umgang mit Schmerz: Achtsamkeit hilft, sich nicht von Angst, Grübeln oder Katastrophengedanken mitreißen zu lassen.
Senkung von Stress: Der Körper kommt zur Ruhe, Muskelverspannungen lösen sich, der Schlaf verbessert sich.
Stärkung der Selbstwirksamkeit: Betroffene erleben, dass sie dem Schmerz nicht völlig ausgeliefert sind – das stärkt das Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Bewältigung.
Achtsamkeit ist keine „Wunderheilung“, aber ein wirkungsvoller Weg, mit chronischem Schmerz achtsamer, gelassener und selbstbestimmter umzugehen. Sie wirkt von “innen heraus" - sie verändert die Art und Weise, wie das Gehirn Schmerz verarbeitet. Sie kann helfen, den Schmerz nicht als Feind zu sehen – sondern als Signal, das man verstehen und verändern lernen kann.
Unsere Waldbaden-Kurse sind sanft gestaltet, mit viel Raum für Pausen und persönliche Bedürfnisse. Alles darf, nichts muss. Wir möchten dich begleiten auf deinem Weg zu einem neuen achtsameren Umgang mit chronischen Schmerzen.

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